Urea ist der lateinische Name für Harnstoff. Es handelt sich dabei um eine organische Verbindung die von vielen Lebewesen als Stoffwechselprodukt ausgeschieden wird. Heute wird Harnstoff aber meistens synthetisch hergestellt. Bereits in der Antike war die heilende Wirkung des Harnstoffes bei dermatologischen Problemen bekannt. Später geriet dieses Wissen etwas in Vergessenheit bis sich Ende des achtzehnten Jahrhunderts die Forschung dem Harnstoff wieder zu wandte. Heute ist es ein Bestandteil vieler Kosmetikerzeugnisse und Medikamente.

Was kann Urea?

Es wurde festgestellt, dass die Oberschicht der Haut des Menschen Urea in den Zellzwischenräumen enthält. Es sorgt dafür, dass die Haut Feuchtigkeit festhalten kann. Außerdem regt Urea die Abstoßung toter Hautzellen an und hält die Haut weich und geschmeidig. Sinkt der Anteil an Urea, dann beginnt die Haut zu jucken, zu spannen und zu schuppen. Viele Menschen leiden unter diesem Problem, manche haben vor allem im Winter zu trockene, spannende Haut. Es gibt aber auch schwere Fälle von Neurodermitis, Schuppenflechte und ähnlichen Erkrankungen, die das ganze Jahr über vorhanden sind. Urea hat eine Wasser bindende Wirkung und bei höherer Dosierung darüber hinaus auch eine keratoplastische. Das bedeutet, dass der Harnstoff die Wasserstoffbrücken in den Eiweißketten des Keratins aufspaltet und verformbar macht. Hautschlacken und Talg können besser abfließen, Nährstoffe besser aufgenommen werden. Außerdem ist Urea leicht antiseptisch.

Wie wird Urea angewendet?

Urea-haltige Kosmetik eignet sich außer zur medizinischen Behandlung von Neurodermitis und Psoriasis generell für Menschen mit trockener schuppiger Haut und bei Altershaut. Dadurch, dass es die Haut feucht und prall hält, sieht sie glatt und glänzend aus und unangenehmer Juckreiz verschwindet. Drei bis fünf prozentige Beigaben von Urea sind in verschiedensten Hautlotionen und Cremes enthalten. Da es außerdem auch die Haltbarkeit der Pflegeprodukte erhöht, können die Hersteller oft auf Konservierungsmittel verzichten und die Produkte eignen sich auch für Allergiker. Fünf bis zehn prozentige Cremes lösen Hautschuppen und wirken wie ein Peeling.